Lernender Bernhard Büchner lernt mit xchange das Vorarlberger Schreinerhandwerk kennen

Warmer Holzduft liegt in der Luft, draußen, vor den großen Fenstern der Werkstatt leuchten die schneebedeckten Gipfel der Drei Schwestern in der Frühlingssonne – ein Arbeitsplatz wie aus dem Bilderbuch. Für Bernhard Büchner aus Tuttlingen ist es das größte Abenteuer, das er in seinem jungen Leben gewagt hat. Der 17-jährige Schreinerlehrling arbeitet für zwei Wochen in der Tischlerei Hartmann in Schlins. Das Praktikum kam dank des Austauschprogramms XChange zustande. Dieses ermöglicht Auszubildenden in Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz, spannende berufliche Einblicke fernab ihres Heimatlands zu gewinnen. Gefördert wird das Programm von der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer und durch Mittel der Europäischen Union.

Erwartungen übertroffen

„Das Auslandspraktikum hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen“, resümiert Bernhard Büchner. „Ich wurde total freundlich begrüßt und alle waren gleich zu Beginn sehr offen.“ Dadurch sei seine Nervosität am ersten Arbeitstag in Vorarlberg schnell verflogen gewesen. Gleich am ersten Tag hat sich Geschäftsführer Bernd Hartmann ein paar Stunden Zeit genommen, um Büchner in das neue Umfeld einzuführen. Kurz darauf konnte er auch schon seine Arbeit aufnehmen: Zusammen mit anderen Azubis und Gesellen der Schreinerei Hartmann hat er alte Massivholzmöbel restauriert. „Abgesehen von der Arbeitsteilung läuft hier vieles ähnlich wie in meinem eigenen Ausbildungsbetrieb“, sagt Büchner. Besonders beeindruckt habe ihn das Arbeitsklima: „Das Team ist ein echtes Team. Das merkt man gleich, wenn man in die Werkstatt kommt.“

Vorarlberg war erste Wahl

In Deutschland absolviert der junge Schreiner seine Ausbildung in der Schreinerei Moser OHG in Bubsheim bei Tuttlingen. Bei der Planung seines Auslandsaufenthalts fiel seine Wahl schnell auf Österreich: „Vorarlberg ist ein Eldorado für Schreiner“, schwärmt er. Gleichzeitig ermöglichten die Berge ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. 

Für Bernd Hartmann war dies der erste Lehrlingsaustausch. Doch dabei soll es nicht bleiben, schon bald will er auch einem eigenen Auszubildenden den Blick über den beruflichen Tellerrand ermöglichen. „Mir ist es wichtig, dass unsere Azubis viel lernen und bei solch einer Erfahrung kann man jede Menge lernen – egal, ob der Austauschbetrieb größer, kleiner, besser oder schlechter als der eigene Lehrbetrieb ist“, so Hartmann. Gleichzeitig sei die Teilnahme an dem Lehrlingsaustausch ein besonderer Anreiz für zukünftigen Nachwuchs. Auch die Durchführung des Austauschs hat seiner Ansicht nach reibungslos funktioniert: „Ehrlich gesagt bin ich überrascht, wie unkompliziert das gelaufen ist.“

An dem Programm XChange können alle Handwerkslehrlinge, die das erste Lehrjahr abgeschlossen haben, teilnehmen. Ideal ist ein gegenseitiger Austausch, je nach Wunsch können Lehrlinge aber auch nur entsendet oder aufgenommen werden. „Für Betriebe ist die Teilnahme an XChange eine einmalige Möglichkeit, sich als weltoffener und modernen Ausbildungsbetrieb zu positionieren“, betont Raimund Kegel, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Grenzüberschreitende Berufliche Bildung der IBK und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz.

Wer sich für einen Austausch interessiert, kann sich mit Susanne Hillan von der Handwerkskammer Konstanz, Telefon: 07531 205 391, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, in Verbindung setzen. „Wir kümmern uns um einen passenden Austauschbetrieb und vermitteln den Kontakt“, so Hillan. Auch die Vermittlung einer Unterkunft gehört zum Service. 

 
Unterkunft in Gastof
 
Bernhard Büchner ist für die zwei Wochen seines Austauschs in einem kleinen Gasthof im Nachbardorf von Schlins untergekommen. Dass er dort auf eigenen Beinen steht und seinen Alltag selbständig bestreitet, gefällt ihm von Tag zu Tag besser. „Man gewöhnt sich recht schnell an das neue Leben“, sagt er, „deswegen kann ich XChange wirklich jedem Azubi empfehlen.“  


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Bild: Lernen vom Profi: Dank des Austauschprogramms XChange kann Schreinerlehrling Bernhard Büchner (rechts) aus Tuttlingen zwei Wochen lang in der Tischlerei von Bernd Hartmann in Vorarlberg mitarbeiten. 

Jana Seifried, 19.05.2017
Quelle: Presseinformation der Handwerkskammer Konstanz vom 19.05.2017

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Teilnehmer am xchange-Lehrlingsaustausch geehrt

Heißt es jetzt Vesper, Brotzeit oder Znüni? Wer sich für die kleinen und großen Unterschiede des Arbeitsalltags anderswo interessiert, ist bei xchange richtig. Fast 90 Auszubildende aus Deutschland, Italien, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz waren in diesem Jahr mit dem Lehrlingsaustausch im benachbarten Ausland unterwegs. Am vergangenen Freitag hatten sich viele von ihnen noch einmal auf den Weg gemacht, um bei einer Feier in der Kantonsschule Zürich Nord ihre Zertifikate entgegenzunehmen und sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Wie wertvoll diese Erfahrungen für die persönliche und berufliche Entwicklung seien, betonte Marc Kummer, Amtschef im Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich, der in diesem Jahr die Gastgeberrolle übernommen hatte. Als wichtige Botschafter für ihre Berufe und Länder würdigte Bruno Sauter, Amtschef im Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, die Austauschlehrlinge. Schließlich gelte es, den Wert der Berufsausbildung in Europa zu stärken und damit der Konkurrenz einen Schritt voraus zu bleiben.

Auch Raimund Kegel, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Grenzüberschreitende Berufliche Bildung der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, und Sabrina Swaidan, die in der Landesverwaltung Vorarlberg mit für die grenzüberschreitende Kooperation der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) zuständig ist, dankten den Auszubildenden und den teilnehmenden Betrieben für ihr Engagement: „Nur wer die eigene Komfortzone einmal verlässt, erschließt sich neue Perspektiven. Und im Beruf wird es immer wieder darum gehen, Neuland zu betreten – mit jedem neuen Auftrag, mit jedem neuen Problem, mit jeder neuen Technologie. Gut, wenn man das schon mal geübt hat“, so Kegel.

Welche Eindrücke sie von ihren vierwöchigen Aufenthalten mit nach Hause genommen haben, berichteten die Auszubildenden im Gespräch mit Moderatorin Heike Montiperle. Jim Weh zum Beispiel, angehender Metzger aus Konstanz, durfte in einer Thurgauer Metzgerei auch selbst zum Schlachtermesser greifen. Umgekehrt lernte sein Schweizer Kollege Manuel Wolf, dass deutsche Kunden das Fleisch in anderen Zuschnitten auf dem Teller wollen. „Es ist schon eine immense Horizonterweiterung, wenn man merkt, dass man in der gleichen Branche auch ganz anders arbeiten kann“, sagt Ausbilder Bernhorst Koch.

Manchmal lassen sich die Unterschiede auch in Zahlen messen, so wie bei Alicia Absenger, die im Konstanzer Malerbetrieb Utz zur Bürokauffrau ausgebildet wird und für vier Wochen bei den Österreichischen Bundesbahnen in Wien Praxisluft schnuppern durfte: „Von einem 40-Mann-Betrieb zu einem Konzern mit 40.000 Mitarbeitern, das ist schon eine andere Welt“, staunt sie noch heute. „Viel gemütlicher“ fanden es dagegen die angehenden Mechaniker und Konstrukteure aus Liechtenstein, die in Bayern zu Gast waren, schon allein, weil sie eine Stunde weniger arbeiten mussten als zuhause – dass aus der Znüni dann eine Brotzeit wurde, machte da schon keinem mehr zu schaffen.

Hintergrund:

Der Lehrlingsaustausch xchange ist ein gemeinsames Projekt der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK)und der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp). Mitglieder dieser Organisationen sind die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, das Fürstentum Liechtenstein, die Schweizer Kantone St. Gallen, Thurgau, Zürich, Schaffhausen, Aargau, Appenzell, Graubünden und Ticino, die italienischen Provinzen Lombardei, Südtirol und Trient sowie die österreichischen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Unterstützt wird das Projekt vom Erasmus-Programm der Europäischen Union und durch die CH-Stiftung. Der Austausch soll die grenzüberschreitende berufliche Bildung fördern, die Fähigkeiten und Kompetenzen junger Menschen in der beruflichen Erstausbildung verbessern und die Qualität der beruflichen Weiterbildung stärken.

Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Konstanz ist Susanne Hillan, Tel. 07531 205-391, E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Weitere Informationen gibt es unter www.xchange-info.net.


Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen xchange-Austauschs mit Mag. Sabrina Swaidan von der Vorarlberger Landesregierung als Repräsentantin für die Arge Alp (erste Reihe rechts) und Raimund Kegel, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Grenzüberschreitende Berufliche Bildung der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz (zweite Reihe rechts).

MC, 07.11.2016

Quelle: Presseinformation der Handwerkskammer Konstanz vom 25.11.2016

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xchange-Zertifikatsfeier am 20.11.1015 in Friedrichshafen

GO XCHANGE! 180 Lehrlinge haben 2015 am grenzüberschreitenden Austausch teilgenommen und Ende November in Friedrichshafen ihr Zertifikat erhalten. Sei nächstes Jahr mit dabei! Weitere Informationen und Ansprechpartner findest du hier: http://www.xchange-info.net

XCHANGE-FEST AM 20. NOVEMBER IN FRIEDRICHSHAFEN

Das jährliche xchange-Fest mit Verteilung der Zertifikte für die Teilnehmer des Jahres 2015 wird am Freitag, 20. November 2015, im Zeppelinmuseum in Friedrichshafen stattfinden. In dem besonderen Rahmen des Museums wird es auch ein besonderes und interessantes Programm geben. Vertreter der Baden-Württembergischen-Landesregierung werden die Zertifikate an die Teilnehmer und die Urkunden an die Unternehmen überreichen. Die Austausch-Absolventen des Jahres 2015 und die Firmen werden dazu noch rechtzeitg eingeladen. Den Termin bitte groß vormerken!