Voneinander lernen in Grenzregionen - Mobiltät von Auszubildenden

Eine gemeinsame Tagung der Verantwortlichen für den Lehrlingsaustausch im Projekt xchange mit der Expertengruppen fürden Austausch am Oberrhein wurde am 3. Mai in Konstanz durchgeführt.

Ziel der Veranstaltung war der gegenseitige Erfahrungsaustausch und die bessere Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen. Durch die bestehende Kooperation zwischen den beiden Austauschprojekten xchange und Euregiozertifikat ist es möglich, dass Lernende zusätzliche Austausschräume zur Verfügung haben. So können Lehrlinge aus dem xchange-Raum auch im Elsaß oder im Raum Basel ihren Austausch absolvieren.

Grenzüberschreitende Kooperation von Berufsschulen

Schulen unterstützen xchange

Leiter und Lehrer der Berufsschulen von Imst/Tirol, Marktoberdorf/Bayern und Bozen/Südtirol unterstützen das Projekt xchange. Bei einem Treffen in der Tiroler Fach- und Berufsschule in Imst wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Schulen diskutiert und auch Wege gesucht, um den Austausch von Lehrlingen zu fördern. Die TFBS Imst hat in den letzten Wochen eine Umfrage unter den Lehrbetrieben durchgeführt und konnte so Firmen nennen, die am xchange-Projekt Interesse haben.

Ähnliches soll auch in den Beruffschulen Ostallgäu und Bozen erfolgen. Schulleiter und Lehrer wollen im laufenden Schuljahr  Schüler und Unternehmen für den Austausch gewinnen. Die Teilnehmer der Imster Veranstaltung waren übereinstimmend der Meinung, dass die Möglichkeit des Lehrlingsaustausches für die persönliche und fachliche Weiterbildung der jungen Menschen sehr wervoll sind. Die Berufsschule für Handel und Grafik Gutenberg in Bozen wird die Organisation des nächsten Treffens übenehmen. Bis dahin sollen auch die initiierten Austausche schon abgeschlossen sein.

 

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Grenzenlose Qualität - Berufsbildung im internationalen Bodenseeraum

Tagung am 15. Mai 09 in Dornbirn

Den Themen Fachkräftesicherung und Berufsbildung widmete sich eine Informationsveranstaltung im österreichischen Dornbirn, die von der Internationalen Bodenseekonferenz mit Unterstützung des Programms Interreg ABH der EU durchgeführt wurde. Rund 80 Gäste aus den Bodensee-Anrainerstaaten waren der Einladung nach Vorarlberg gefolgt. Vier Experten gaben den Zuhörern dann differenzierte Einblicke in die Praxis der Fachkräftesicherung und der Berufsausbildung.

In seinem Eingangsvortrag zeigte der Schweizer Ex-Nationalrat und frühere Preiswächter Rudolf Strahm auf, welchen volkswirtschaftlichen Nutzen und welche Bedeutung die Berufsausbildung für die Schweiz hat. Für Strahm spielt sie für den Wohlstand seines Landes eine entscheidende Rolle, noch vor der Lehre und Forschung. Doch habe es die Berufsbildung im Gegensatz zur akademischen Ausbildung ungleich schwerer, sich zu legitimieren. Obwohl das Land der Eidgenossen zwischen 1992 und 2005 ein wesentlich geringeres Wirtschaftswachstum als die meisten OECD-Länder aufweisen konnte, so hatte das Land trotzdem eine wesentlich höhere Erwerbsquote. Für Strahm steht die qualifizierte Berufsausbildung in einem direkten Zusammenhang zum Reichtum seines Landes. Dank der guten Berufsbildung, die fast zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz ins Berufsleben führt, könnten die Unternehmen eine hohe Qualität ihrer Produkte gewährleisten, die dann auch trotz höherer Preise erfolgreich exportiert würden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft sei wesentlich mehr von der Berufsbildung als von der akademischen Ausbildung geprägt, so das Credo des ehemaligen Schweizer Nationalrats.

In den anschließenden Impulsreferaten berichteten Unternehmensvertreter aus der Praxis ihres Betriebes. Der Österreicher Manfred Brandl, Geschäftsführer beim Kranhersteller Liebherr in Nenzing, erläuterte, wie seine Firma qualifizierten Nachwuchs rekrutiert. Liebherr habe als Unternehmen ein gutes Image bei den Jugendlichen, so Brandl. Das erleichtere das Werben um die klugen Köpfe. Seine Ausbilder gehen regelmäßig in die Schulen, um dort Vorträge zur Berufsorientierung zu halten. Jedes Jahr werden 35 Auszubildende in Nenzing eingestellt.

Auch Reinhold Märker, Ausbildungsleiter bei der Voith Paper Fiber Systems GmbH aus Ravensburg geht mit seinem Team in die Schulen, um Jugendliche für technische Berufe zu interessieren. Dabei versuche man, auch Mädchen für Technik zu begeistern.

Markus Brunnbauer, Leiter der Ausbildung bei der IHK Bodensee-Oberschwaben, stellte dem Publikum noch die Projekte "Xchange" und die "Ausbilderakademie" vor. Mit "Xchange" haben Azubis die Möglichkeit, während ihrer Lehre einen Monat in einem Betrieb im Ausland zu arbeiten. Seit dem Start vor acht Jahren haben rund 750 Jugendliche dieses Angebot angenommen. Im letzten Jahr waren es allein 137 Lehrlinge, die einen Auslandsaufenthalt wahrgenommen haben. Die neue Ausbilderakademie, die bereits erfolgreich in Vorarlberg gestartet wurde, soll mit fachbezogenen Seminaren die Ausbilder in den Betrieben weiterqualifizieren. In den nächsten Monaten sei auch der Start in Deutschland und der Schweiz geplant, sagte Markus Brunnbauer.

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